Presseschau des Tages // 17.3.2020

· Pressestimmen

Im Zuge der Schul- und Kitaschließungen zur Eindämmung des Coronavirus hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) für tätige Nachbarschaftshilfe geworben. Die Bürger sollten Solidarität zeigen, Einkaufshilfen in der Hausgemeinschaft und ähnliches anbieten. „Das sind Dinge, die jeder tun kann“, sagte Giffey in der ARD am Sonntagabend. Die Ministerin kündigte an, zusätzliche Hilfen für Kurzarbeiter mit Kindern und geringem Kurzarbeitergeld auf den Weg zu bringen. Der sogenannte Kinderzuschlag für geringverdienende, berufstätige Eltern - der bis zu 185 Euro pro Kind und Monat zum eigentlichen Kindergeld beträgt - solle auch Kurzarbeitern zugänglich gemacht werden, wenn sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllten. Giffey warb im „Bericht aus Berlin“ bei Eltern mit geringem Einkommen dafür, Anträge auf die erst ein Jahr alte und noch nicht so bekannte Zusatzleistung aus dem sogenannten Starke-Familien-Gesetz zu stellen. Ab sofort könne der Kinderzuschlag auch ohne großen bürokratischen Aufwand über das Internet beantragt werden. Die Familienkassen würden umgehend personell in die Lage versetzt, die Anträge schnell zu bearbeiten. Sie forderte außerdem, sogenannte Schul-Clouds auszubauen, also digitale Speicherplätze für Lerninhalte und Haus aufgaben, „damit die Kinder noch etwas machen können in der Zeit, in der sie jetzt zuhause sind.“

Frauen haben im Jahr 2019 in Deutschland 20 Prozent weniger verdient als Männer. Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern - der sogenannte unbereinigte Gender Pay Gap - war damit um 1 Prozentpunkt geringer als in den Vorjahren, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden anlässlich des Equal Pay Day (17. März) mitteilte. Frauen verdienten mit durchschnittlich 17,72 Euro brutto in der Stunde 4,44 Euro weniger als Männer (22,16 Euro). 2018 hatte die Differenz 4,51 Euro betragen. Nach wie vor falle der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen in Ostdeutschland viel geringer aus als in Westdeutschland. Im Westen sei der Verdienstunterschied im Jahr 2019 um 1 Prozentpunkt auf 21 Prozent gesunken, während er im Osten mit 7 Prozent unverändert geblieben sei. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, zeige sich für Gesamtdeutschland ein sehr langsamer, aber stetiger Rückgang des Verdienstunterschieds. Dieser hatte 2014 mit 22 Prozent um 2 Prozentpunkte höher gelegen als 2019. (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai/KNA)